MPU-Seminare

Bei einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (kurz MPU, im Volksmund Idiotentest) wegen Alkohol ("Alkohol-MPU"), Drogen ("Drogen-MPU"), zu vielen Punkten ("Punkte-MPU") oder Straftaten kann eine MPU-Vorbereitung mit Hilfe eines MPU-Seminars sehr helfen. Die Wichtigkeit einer guten Vorbereitung zeigt sich an der relativ hohen Durchfallquote - vor allem bei unvorbereiteten MPU-Betroffenen. Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, sich durch ein MPU-Seminar gründlich auf die MPU vorzubereiten, um mit weitaus höherer Wahrscheinlichkeit die MPU bestehen können. Um eine negative MPU zu verhindern.

Vorab häufige Fehler:

  • "ich bin nicht auf den Kopf gefallen, kann gut reden, daher schaffe ich die MPU" - in der MPU geht es nicht um Redegewandtheit, der Gutachter wird Ihnen sehr unangenehme Fragen stellen und meist schnell erkennen, ob Sie sich im Vorfeld mit Ihrem Fall beschäftigt haben oder nicht.
  • "ich werde es in Zukunft einfach nicht mehr tun, das müssen Sie mir einfach glauben, Herr Gutachter!" - eine Absichtserklärung ist nichts weiter als der Anfang einer Argumentation. Es ist ein großer Unterschied, eine Absichtserklärung abzugeben oder zu argumentieren. Wie aber vorgehen? Genau hier setzt die MPU-Vorbereitung an! 


Was geschieht in einem MPU-Seminar (auch "MPU-Vorbereitungskurs", "MPU-Kurs")?

Kennen Sie es auch? Sie recherchieren im Internet und kommen einfach nicht weiter: Sie finden widersprüchliche Informationen und am Ende sind Sie eher mehr verirrt jedoch nicht schlauer. MPU-Seminare ermöglichen MPU-Betroffenen im Vorfeld der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung zu erkennen, um was es bei einer MPU wirklich geht, wie diese abläuft und was sie benötigen, um die MPU bestehen zu können. Vor allem das letztere ist wichtig, also den persönlichen Fall aufzuarbeiten und sich schon vor der MPU mit typischen psychologischen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Sicher werde auch typische MPU-Fragen angesprochen. Aber es geht nicht um Auswendiglernen, sondern zu erkennen, was damals genau wie passiert ist. Das klingt zunächst sehr einfach. Aber könnten Sie spontan typische MPU-Fragen beantworten:

"warum haben Sie damals getrunken/Drogen genommen/Verkehrsverstöße begangen?", "wie machen Sie es zukünftig anders?", "wie werden Sie Ihre Pläne zukünftig durchziehen?", "wie kann ich Ihnen glauben?", "wie sind Sie zur Einsicht gelangt?", "erzählen Sie von Ihrer Einsicht?", "wie schätzen Sie Ihr damaliges Verhalten ein?", "sind Sie süchtig?", "wie schätzen Sie Ihr Verhalten im Vergleich zu Durchschnitt ein?"

...das sind nur ganz wenige Beispiele typischer Fragestellungen der MPU! Zu all den psychologischen Fragestellungen sollten Sie sich jedoch bereits im Vorfeld genau beschäftigten. Manchmal ist es auch sehr hilfreich, dazu wichtige Hintergründe, Berechnungsmöglichkeiten oder Statistiken zu kennen. Viele MPU-Prüflinge nehmen Fragen in der MPU als Fangfragen wahr. Das werden Sie mitunter auch so wahrnehmen, wenn Sie unvorbereitet in eine MPU gehen. Haben Sie jedoch im Vorfeld eine gute MPU-Vorbereitung absolviert, verstehen Sie meist, warum diese Fragen gestellt werden und was mit diesen verbunden ist: Sie gehen sicherer in die Prüfung und bleiben auch während der Untersuchung gelassen, weil Sie sich schon vorher mit sich und der MPU hinreichend beschäftigt haben. Dadurch ist erkennbar, dass es auf diese Weise möglich ist, die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches zu erhöhen, die MPU positiv abzuschließen und die Wiederlangung des Führerscheins in greifbare Nähe zu bringen.

Nachweise

Oft werden Sie in der MPU vom psychologischen Gutachter gefragt, ob Sie an einer MPU-Vorbereitung teilgenommen haben. So erkennt der Psychologe, ob Sie bereit waren, sich im Vorfeld der Untersuchung mit sich und seinem Fall zu beschäftigen. Dabei kann eine Teilnahmebescheinigung aus der MPU-Vorbereitung hilfreich sein.

Aber auch vom medizinischen Gutachter werden Sie bei einer MPU wegen Alkohol oder einer MPU wegen Drogen gefragt, ob und welche Nachweise Sie mitgebracht haben. Hierbei ist vielen MPU-Betroffenen nicht klar, wer denn nun eigentlich welche Nachweise wie oft und in welcher Länge mitzubringen hat. Genau dort setzt wieder die MPU-Vorbereitung an: Im MPU-Seminar erfahren Sie, wie der Gutachter Sie voraussichtlich einordnet und welche Nachweise (Leberwerte oder Abstinenz-Screenings) daraus resultieren.

Große Irrtümer:

  • "Ich bin abstinent, daher bringe ich Leberwerte" - Die Wahrheit ist aber. Leberwerte sind kein Abstinenznachweis!
  •  "Ich lass Abstinenz vom Hausarzt bescheinigen, dort lasse ich Urinproben machen" - die Wahrheit ist aber, dass Abstinenznachweise forensisch, also gerichtlich abgesichert sein müssen, in dem neben zertifizierten Instituten auch die CTU-Kriterien erfüllt sein müssen. Andernfalls werden Sie mitunter nicht von Begutachtungsstellen anerkannt!
  • "Ich habe tiptop Leberwerte, daher kann ich die MPU ja nur bestehen" - Die Wahrheit ist: Damit zeigen Sie nur, dass Ihre Leber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geschädigt ist, aber mehr auch nicht. Nachweise ersetzen nie Ihre Argumentation!

Einzelgespräche: Vor- und Nachteile

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, sich auf die MPU vorzubereiten: MPU-Vorbereitung in der Gruppe (kompakt oder regelmäßig treffende Gruppen) oder in Einzelsitzungen.

Einzelsitzungen bieten die Möglichkeit, mit Hilfe eines Psychologen (eine psychologische Ausbildung mit Erfahrung in Verkehrspsychologie bzw. Verkehrstherapie sollte dieser haben) über regelmäßige Sitzungen und meist einen längeren Zeitraum sich zu öffnen und den Fall sowie sein eigenes Leben psychologisch durchzusprechen. Vorteil: Es können tiefgründige Verhaltensweisen reflektiert und an die Oberfläche befördert werden. Es erfolgt zudem eine i.d.R. eine Begleitung über einen längeren Zeitraum. Nachteil: In der Regel erhalten die Teilnehmer eher psychologische Unterstützung als das Verständnis, wie die MPU abläuft und zu bestehen ist. Auch werden meist keine ausführlichen Unterlagen ausgeteilt, mit Hilfe dieser der Klient das Besprochene zu Hause vor- und nachbereiten kann. Einzelsitzungen gehen nicht selten bis zu 10, manchmal auch über 20 oder mehr Sitzungen und können daher geldintensiv werden. Einzelsitzungen sind Vertrauenssache: Wer sich für Einzelsitzungen entscheidet, sollte sich einen Therapeuten suchen, bei dem sich der Betroffene wohl fühlt und sich öffnen kann. Schließlich wird in diesen Gespräch auch zum Beispiel über Gefühle gesprochen - keine oberflächlichen Gespräche geführt.

Gruppenangebote: Unterschiedliche Arten sowie deren Vor- und Nachteile

 Zu unterscheiden sind 1. Kompakt-Seminare und 2. sich regelmäßig treffende Gruppen, die oft eher therapeutischen Charakter haben. Generell sollten Teilnehmer darauf achten, dass die Teilnehmerzahl nicht zu groß ist (z.B. nicht mehr als 12 Teilnehmer), damit ein persönliches Aufarbeiten noch möglich ist.

Zu 1. Intensiv-Kompakt-Seminare:  Der Vorteil, der von Teilnehmern in guten MPU-Kompaktseminaren genannt wird, ist, dass in relativ kurzer Zeit (ohne tagelanger oder gar wochenlanger Unterbrechung) mit einem klaren Ablauf an einem Stück die Vorbereitung strukturiert durchgearbeitet wird. In guten MPU-Seminaren erhalten Teilnehmer im Gegensatz zu üblichen Einzelsitzungen auch ausführliche Seminar-Unterlagen, um das besprochene zu Hause weiter zu festigen und auszubauen. Praktisch: Leute, die kurz vor der MPU stehen oder aufgrund der Arbeit nicht an regelmäßigen Sitzungen teilnehmen können, haben dennoch die Möglichkeit, sich auf die MPU vorzubereiten. Vor allem, wenn die Vorbereitung auf ein Wochenende fällt.

Zu 2. MPU-Gruppen über mehrere Wochen: Die Treffen sind meist 1-3 Stunden lang und entweder wöchentlich, zweiwöchentlich oder gar monatlich über einen längeren Zeitraum. Vorteil: Veränderungen können über einen längeren Zeitraum begleitet werden. Nachteil: Viele Teilnehmer vergessen Inhalte bis zum nächsten Treffen teilweise wieder. Auch wird von Teilnehmern in solchen Maßnahmen oft beschrieben, dass von Mal zu Mal neue Teilnehmer hinzukommen und daher Dozenten immer wieder von vorne anfangen bzw. Inhalte ständig wiederholen - so die Struktur oder ein effektives Vorankommen leidet. Manchmal wechseln sogar die Dozenten während des gewählten Zeitraums, weil diese nicht selten freiberuflich für die Maßnahmen-Anbieter arbeiten und Dozenten die MPU-Gruppen oft nur zeitweise als Nebeneinkommen betrachten. Dementsprechende kann auch die Qualifikation oder Motivation der Dozenten leiden. Manche Institutionen stellen zudem bei der Einstellung von Gruppenleitern nur die Anforderung, dass ein Psychologiestudium mitgebracht werden soll. Erforderlich ist aber auch viel Erfahrung und ein großer Fundus an Wissen in Bezug auf Verkehrspsychologie. Schön: Begleitend zur MPU-Vorbereitung können auch regelmäßige Alkohol- bzw. Drogen-Suchtgruppen besucht werden. Empfehlenswert bei Abhängigen oder Leuten mit starkem Missbrauch. Ist aber pauschal nicht für jeden MPU-Betroffenen notwendig.

Eine beliebte Möglichkeit ist, MPU-Seminare als Kompakt-Seminar (siehe zu 1.) wahrzunehmen und dann, bei Bedarf noch Einzelsitzungen hinzuzubuchen.

--> Tipp: Seien Sie vorsichtig, sich schon vor Beginn der MPU auf eine bestimmte Anzahl von Stunden festlegen binden zu müssen. Jeder Fall ist anders und daher sind Pauschalpakete zu überdenken. Der Vorteil von einzeln buchbaren MPU-Seminaren ist , dass MPU-Betroffene nach dem Kompakt-Seminar selbst erkennen, ob und wieviele Einzelsitzungen bzw. welche Maßnahmen noch zur Ergänzung notwendig sind.

Kosten eines MPU-Seminars

--> Um eines vorwegzunehmen: Preise von MPU-Vorbereitungen spiegeln nicht die Qualität wieder! Im Gegenteil: Bei Vorbereitungen über 1500€ sollte das Angebot hinterfragt werden, da es auch unter 1000€ sehr gute MPU-Seminare gibt. Zumal auch unter Teilnehmern mit Zahlungen von mehr als 1500€ (bis zu 6.000€!) des Öfteren unzufriedene Stimmen zu finden sind. 

MPU-Vorbereitungen unterscheiden sich sehr in den Kosten. Für Einzelsitzungen sind Preispannen zwischen ca. 75€ und selbst 150€ anzutreffen. Bei 10 Sitzungen kann da schnell 1000€ zusammenkommen. 

MPU-Vorbereitungsseminare unterscheiden sich noch stärker im Preis. Da Sie schon für 600€ gute MPU-Vorbereitungsseminare finden, ist die Frage, warum mehr zahlen? Warum verlangen Anbieter über 1000€ oder gar mehrere Tausende von Euros?

--> Gleichzeitig sollte auch vor Lock-Angeboten gewarnt werden: Mitunter kostet ein Seminar nur 200€, jedoch wird möglicherweise nicht viel gelernt, stattdessen werden aber eventuell weitere Kurse verkauft...

Fazit

Die Teilnahme an einer MPU-Vorbereitung ist mehr als sinnvoll, da sich das investierte Geld (gute MPU-Seminare gibt es schon für 600€, man muss keine tausende von Euro ausgeben!) schnell wieder auszahlt: Denn wenn man nach einer MPU-Vorbereitung schneller zum Ziel kommt spart man enorm: Sehr viel Geld (MPU-Kosten sowie Beantragung der Neuerteilung des Führerscheins bei der Führerscheinstelle).

Dazu kommt, dass sie durch eine MPU-Vorbereitung mitunter auch viel Zeit sparen und Ihre Nerven beträchtlich schonen...


Hinweis

Wenn Ihnen jemand verspricht, nach einer Vorbereitung die MPU zu 100% zu bestehen (Bestehensgarantie), sollte dieser Anbieter aufgrund seiner Seriösität angezweifelt werden. Wie soll das funktioneren? Denn die Gutachter der Begutachtungsstellen entscheiden absolut unabhängig und die Begutachtungsstellen stehen unter Aufsicht der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Dabei werden auch Gutachten regelmäßig überprüft. Sollten Gutachter wirklich korrupt sein und mit MPU-Vorbereiter zusammenarbeiten, begehen sie eine schwerwiegende Straftat, die hart geahndet würde. Auch Geld-zurück-Garantien bei Nicht-Bestehen sind kritisch zu betrachten: Sie müssen im Falle einer Rückforderung Ihrer Zahlung alle Bedingunen des Kleingedruckten erfüllen. Tun das Betroffene nicht, erhalten sie mitunter keinen Cent... Diese Anbieter sind darüber hinaus oft auch mehrere tausend Euro teuer und womöglich mehr auf Ihr Geld aus als auf Ihr Wohl. Meinen Sie nicht auch: Wenn MPU-Vorbereiter wirklich gut sind, benötigen sie diese Art von Werbung doch nicht, oder?

 

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